TACHELES - Gesprächsreihe im Café "Julius im Schocken"
Candice Breitz, 1972 in Johannesburg/Südafrika geboren, ist eine in Berlin lebende jüdische Künstlerin. Sie hat Abschlüsse an Universitäten in Johannesburg, Chicago und New York erworben; ihre Videoinstallationen werden international ausgestellt und finden Beachtung in den bedeutendsten Galerien und Museen der Welt. Von 2007 bis 2024 war sie Professorin an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig.
In ihren Arbeiten befasst sie sich mit den Dynamiken, die Individuen entwickeln in Bezug auf ihre Umgebung, auf reale oder imaginäre Gemeinschaften. In jüngster Zeit konzentriert sich ihre Arbeit auf die Bedingungen, unter denen Empathie entsteht. Dabei reflektiert sie eine mediengesättigte globale Kultur, in der eine starke Identifikation mit fiktionalen Figuren und Prominenten parallel zu einer weit verbreiteten Gleichgültigkeit gegenüber jenen besteht, die in der realen Welt echtes Leid erfahren.
Auf dem Goldenen Sofa wird Candice Breitz über den nach wie vor bestehenden Antisemitismus reflektieren, der aus ihrer Sicht der Unfähigkeit des deutschen Mainstreams entspringt, die Vielfalt jüdischer Meinungen gegenüber dem Staat Israel zu akzeptieren. Sie wird Einblicke in ihre eigenen Erfahrungen von Ausladungen und Verleumdungen geben, wird über die IHRA-Definition von Antisemitismus sprechen, über die verhängnisvolle Gleichsetzung von politischer Kritik an Israel mit Antisemitismus und von der Kontrolle über jüdische Identitäten im heutigen Deutschland.
Moderation: Nirit Sommerfeld
Veranstalter: Antonplatz e.V.
ORT
Café Julius im SCHOCKEN
im Foyer des smac
TERMIN
Donnerstag, 19.11.2026, 19 Uhr
EINTRITT
10 €
PLÄTZE & KARTEN RESERVIEREN
Vor Ort an der Café-Theke oder
per Whatsapp +49 176 61091965
per E-Mail unter reservierung@julius-im-schocken.de
GESPRÄCHSREIHE "TACHELES - Gespräche auf dem Goldenen Sofa"
Im „Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“, das den Titel Tacheles trägt, findet im Café "Julius im Schocken" die Tacheles-Gespräche auf dem Goldenen Sofa statt. Hier will das Café übers Jahr verteilt an neun Abenden tacheles reden, zu Deutsch: Klartext.
Initiator des Projekts ist der Verein ANTONPLATZ e.V., der sich durch Kunst und Kultur der Erinnerung und des Lernens verpflichtet hat. „Nie wieder!“ soll auch „nie wieder Ausgrenzung, Entrechtung, Diffamierung“ bedeuten, um Unrecht und Faschismus dann schon etwas entgegenzusetzen, wenn es noch nicht zu spät ist.
Jüdinnen und Juden genießen ein hohes Ansehen in Deutschland – solange sie dem Bild entsprechen, in das sie gemeinhin zu passen haben. Spätestens in ihrer Haltung gegenüber dem Staat Israel (aber nicht nur da!) gehen die Meinungen darüber auseinander, was sie sagen dürfen und was nicht.
Das Café hat neun jüdische Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Biografien eingeladen, die verschiedene Erfahrungen als Jüdinnen und Juden in Deutschlang gemacht haben. Die meisten sind der israelischen Regierungspolitik gegenüber sehr kritisch, viele haben – ähnlich wie die Gastgeberin und Cafébetreiberin Nirit Sommerfeld – deswegen schon Ausladungen und Diffamierung erlebt. Dennoch sind ihre Themen, über die sie hier sprechen wollen, sehr divers.
Hier können Sie die Crowdfunding Kampagne des Antonplatz e.V. unterstützen. DANKE!