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Vortrag

Anschreiben gegen die ‚Weltverstörung des Nationalismus‘

Stefan Zweigs Autobiographie Die Welt von gestern (1942)

Referent Nicolas Berg (Leipzig)

Der Vortrag stellt eines der bekanntesten Exilzeugnisse in deutscher Sprache aus der Mitte des 20. Jahrhunderts vor, Stefan Zweigs „Die Welt von gestern. Erinnerungen eines Europäers“ (1942). Der Autor erlebte Drucklegung und Aufnahme seiner Bilanzschrift nicht mehr; zusammen mit seiner Frau Lotte nahm sich Zweig in der Nacht vom 22. zum 23. Februar 1942 in Petrópolis bei Rio de Janeiro das Leben. Die Idee des Buchs war aus seinem Nachdenken über die ideellen politischen und kulturellen Möglichkeiten eines vereinigten Europas entstanden, das nach der „Weltverstörung durch den Nationalismus“, dem verheerenden Weltkrieg von 1914-1918, neu zu begründen war. Der Anlass, das Buch dann als Autobiographie zu beginnen und zu schreiben, war Zweigs Vertreibung aus Salzburg 1934 und die erneute Flucht vor den Nazis aus seinem ersten Exilland England. Nun blickte Zweig von Amerika aus auf ein von Deutschland besetztes Europa, das sich in einem neuerlichen Weltkrieg daran machte, die Zerstörung der europäischen Kultur noch einmal zu überbieten. Die Vernichtung jüdischen Lebens wurde für Zweig zum dunklen Symbol der Selbstverneinung des Kontinents, der er mit seiner flammenden Verteidigung der Juden als dem Sinnbild Europas und der Anprangerung der „geistigen Epidemie unseres Jahrhunderts“, dem Fremdenhass und der Fremdenangst, ein letztes Mal entgegenzutreten versuchte.

TERMIN
Mittwoch, 24.06.2026, 18:15 Uhr

EINTRITT
frei

HINWEIS
Im Vortragssaal ist eine Hörschleife verlegt.

 

Dieser Vortrag ist Teil der Vorlesungsreihe:

Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext

Im Rahmen des Themenjahres Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt die TU Chemnitz mit dieser Ringvorlesung im Sommersemester 2026 zu einer vielstimmigen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung ein. Internationale und interdisziplinäre Perspektiven eröffnen Einblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.

Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.

 Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken.

Termine vom 22.04. bis 08.07.2026 jeden Mittwoch um 18:15 Uhr
Ort Vortragssaal des smac


Organisation: Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Professur Kultureller und Sozialer Wandel, Technische Universität Chemnitz) Prof. Dr. Cecile Sandten (Professur Anglistische Literaturwissenschaft, Technische Universität Chemnitz), in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.