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Vortrag

Die Transkulturalität der jüdischen Erzählliteratur des 19. Jahrhunderts

Referent Nicolas Dreyer (Bamberg)

Der Vortrag geht dem literarischen und publizistischen Netzwerk nach, das sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zwischen deutschen, österreichisch-ungarischen und osteuropäischen jüdischen Intellektuellen entwickelte. Im Fokus dabei steht die deutschsprachige jüdische Erzählliteratur, die vom Paradigma der Haskalah und der Akkulturation geprägt war, und vor allem in den literarischen Epochen des Vor- und Nachmärzes und der Jungdeutschen entstand. Die Hoch- und Populärliteratur der Zeit war geprägt von historischen Romanen à la Walter Scott und sogenannten Zeitromanen, aber auch dem Bildungsroman, der von Goethe inspirierten europaweit beliebten Gattung. Für solche Werke mit jüdischem Thema interessierte sich die sich stark entwickelnde jüdische Presse in ganz Europa. Literarische und journalistische Texte wurden in unterschiedliche Sprachen übersetzt. Jüdische Publizisten und Intellektuelle waren im aschkenasischen Kulturraum in Mittel- und Osteuropa transnational vernetzt und nahmen gegenseitiges Interesse an publizistischen Unternehmungen.

TERMIN
Mittwoch, 13.05.2026, 18:15 Uhr

EINTRITT
frei

HINWEIS
Im Vortragssaal ist eine Hörschleife verlegt.

 

Dieser Vortrag ist Teil der Vorlesungsreihe:

Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext

Im Rahmen des Themenjahres Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt die TU Chemnitz mit dieser Ringvorlesung im Sommersemester 2026 zu einer vielstimmigen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung ein. Internationale und interdisziplinäre Perspektiven eröffnen Einblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.

Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.

 Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken.

Termine vom 22.04. bis 08.07.2026 jeden Mittwoch um 18:15 Uhr
Ort Vortragssaal des smac


Organisation: Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Professur Kultureller und Sozialer Wandel, Technische Universität Chemnitz) Prof. Dr. Cecile Sandten (Professur Anglistische Literaturwissenschaft, Technische Universität Chemnitz), in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.