Zu Genese und Zukunftsperspektiven eines Ausstellungsprojektes über jüdische Familien-geschichten
Referent Daniel Dost (Chemnitz)
Der Vortrag resümiert einen mehrjährigen Rechercheprozess, der als nachhaltiger Impuls zur Ausstellung „Threads / Verflechtungen“ im Chemnitzer smac geführt hat. In diesen Prozess hat sich bereits frühzeitig die Logik einer textilen Metaphorik unabweisbar und folgerichtig eingeschrieben. Und dabei waren es nicht nur die zahllosen Bezüge zu den Erfolgsgeschichten jüdischer Textilfabrikanten, welche eine entsprechende Kontextualisierung plausibilisierten. Auch die scheinbar „losen Fäden“ der individuellen Biographien verdichteten sich fortwährend zu Texturen und Geweben, „rote Fäden“ waren zu erkennen und es offenbarten sich zahllose Anknüpfungspunkte. In der Ambiguität der Festigkeit und Fragilität des Textilen spiegelten sich sodann auch die tragischen Wechselfälle jüdischer Lebenserfahrungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Vortrag gewährt Einblicke in die besonderen Dynamiken des Projektes, präsentiert exklusives Material und weitet den Blick auf mögliche Zukunftsperspektiven des Vorhabens.
TERMIN
Mittwoch, 08.07.2026, 18:15 Uhr
EINTRITT
frei
HINWEIS
Im Vortragssaal ist eine Hörschleife verlegt.
Dieser Vortrag ist Teil der Vorlesungsreihe:
Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext
Im Rahmen des Themenjahres Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt die TU Chemnitz mit dieser Ringvorlesung im Sommersemester 2026 zu einer vielstimmigen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung ein. Internationale und interdisziplinäre Perspektiven eröffnen Einblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.
Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.
Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken.
Termine vom 22.04. bis 08.07.2026 jeden Mittwoch um 18:15 Uhr
Ort Vortragssaal des smac
Organisation: Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Professur Kultureller und Sozialer Wandel, Technische Universität Chemnitz) Prof. Dr. Cecile Sandten (Professur Anglistische Literaturwissenschaft, Technische Universität Chemnitz), in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.