Online ins virtuelle Gespräch kommen
Referentin Christina Sanchez-Stockhammer (Chemnitz)
Als Teil lebendiger Erinnerungskultur besuchen ZeitzeugInnen des Holocausts Schulen, doch ist dies nicht immer und überall möglich. Darum hat das Projekt LediZ (LMU München) dem Holocaust-Überlebenden Abba Naor über 1000 Fragen gestellt und aus dem Filmmaterial ein interaktives digitales Zeugnis (IDZ) erstellt. Online kann man dem virtuellen Gesprächspartner Fragen stellen und bekommt als Antwort authentische Videoaufnahmen. Das Gesprächserlebnis ist erstaunlich realistisch.
Um dieses wichtige Zeugnis international zugänglich zu machen, haben wir an der TU Chemnitz die 200 relevantesten Antworten ins Englische übersetzt, die Videos untertitelt und englischsprachige Zugriffsstrukturen geschaffen. Gegenwärtig entwickeln wir eine nachhaltige Software, mit der jede/r aus eigenen Audio- oder Videoaufnahmen einfach selbst IDZs herstellen kann. In Zusammenarbeit mit dem Verein BuntmacherInnen e.V. erschließen wir außerdem den digitalen Nachlass des Chemnitzer Holocaust-Überlebenden Justin Sonder, um diesen ebenfalls interaktiv online zugänglich zu machen. Der Vortrag stellt unsere öffentliche Erinnerungs-Website vor und bietet Gelegenheit zum Ausprobieren der vorgestellten IDZs.
TERMIN
Mittwoch, 01.07.2026, 18:15 Uhr
EINTRITT
frei
HINWEIS
Im Vortragssaal ist eine Hörschleife verlegt.
Dieser Vortrag ist Teil der Vorlesungsreihe:
Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext
Im Rahmen des Themenjahres Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt die TU Chemnitz mit dieser Ringvorlesung im Sommersemester 2026 zu einer vielstimmigen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung ein. Internationale und interdisziplinäre Perspektiven eröffnen Einblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.
Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.
Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken.
Termine vom 22.04. bis 08.07.2026 jeden Mittwoch um 18:15 Uhr
Ort Vortragssaal des smac
Organisation: Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Professur Kultureller und Sozialer Wandel, Technische Universität Chemnitz) Prof. Dr. Cecile Sandten (Professur Anglistische Literaturwissenschaft, Technische Universität Chemnitz), in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.