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Vortrag

Der französische Surrealist Robert Desnos

Verfolgtenhilfe, Verfolgung, Gedächtnis

Referent Martin Norbert Haase (Dresden) 

Der Beitrag untersucht die Rolle des französischen Surrealisten Robert Desnosin in der nationalen und transnationalen Erinnerungskultur. Ausgehend vom kosmopolitischen Paris der 1920er Jahre werden seine künstlerische Tätigkeit, sein Engagement in der Résistance, seine Hilfe für verfolgte jüdische Freunde sowie seine eigene Verfolgung durch das nationalsozialistische Lagersystem bis zu seinem Tod 1945 im Konzentrationslager Theresienstadt kurz skizziert. Im Zentrum steht die bislang wenig beleuchtete disparate Rezeptionsgeschichte von Desnos’ Werk im geteilten Deutschland, ergänzt um tschechisch-französische und deutsch-französische Perspektiven. Der Bezug zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen ergibt sich aus der Bedeutung seiner Lyrik innerhalb der französischen Shoah-Erinnerung sowie aus seiner Schicksalsgemeinschaft mit anderen Häftlingen der Konzentrationslager. Ein regionalgeschichtlicher Anker liegt in seinem Aufenthalt im Zwangsarbeitslager Flöha/Sachsen und im Todesmarsch Richtung Theresienstadt.

TERMIN
Mittwoch, 03.06.2026, 18:15 Uhr

EINTRITT
frei

HINWEIS
Im Vortragssaal ist eine Hörschleife verlegt.

 

Dieser Vortrag ist Teil der Vorlesungsreihe:

Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext

Im Rahmen des Themenjahres Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt die TU Chemnitz mit dieser Ringvorlesung im Sommersemester 2026 zu einer vielstimmigen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung ein. Internationale und interdisziplinäre Perspektiven eröffnen Einblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.

Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.

 Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken.

Termine vom 22.04. bis 08.07.2026 jeden Mittwoch um 18:15 Uhr
Ort Vortragssaal des smac


Organisation: Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Professur Kultureller und Sozialer Wandel, Technische Universität Chemnitz) Prof. Dr. Cecile Sandten (Professur Anglistische Literaturwissenschaft, Technische Universität Chemnitz), in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.