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Vortrag

Sichtbare und unsichtbare Spuren jüdischer Kultur in Meißen und Chemnitz

Referent:innen Martin Clauss, Lewis Chuang (Chemnitz) und Christiane Donath (Meißen)

Vielerorts zeugen heute noch erhaltene archäologische Funde von der langen Geschichte jüdischen Lebens in Sachsen. Anhand zweier Beispiele thematisiert der Vortrag, wie jüdische Kultur ihre Spuren hinterlassen hat und wie wir heute mit diesem Erbe umgehen.

Der erste Teil des Vortrags widmet sich den Bruchstücken mittelalterlicher jüdischer Grabsteine mit hebräischen Inschriften in Meißen, die die ältesten überlieferten Sachzeugnisse jüdischen Lebens in Sachsen darstellen.  Sämtliche Fragmente stammen vom ehemaligen jüdischen Friedhof auf dem Meißner Jüdenberg, der als zentrale Begräbnisstätte der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde von Meißen und Dresdner diente. Wie man anhand von teilweise nur wenigen Buchstaben zu einer Erzählung kommt, welche tragende Rolle im Kulturerbe diese Steine spielen und wie wir heute mit diesen Schätzen bewahrend umgehen können – diesen Fragen geht der erste Teil des Vortrags nach.

Der zweite Teil richtet den Blick auf die Mikwe in Chemnitz sowie auf das Lern-Lehrprojekt ARCHIVE (Augmented Reality in Chemnitz für historische, inklusive und virtuelle Erlebnisse) der TU Chemnitz. Im Zuge von Bauarbeiten wurde 2022 in der Nähe der Johanniskirche in Chemnitz eine frühneuzeitliche Mikwe entdeckt, ein jüdisches Ritualbad, welche das älteste Zeugnis jüdischer Tradition in der Stadt darstellt. Sie wurde aus konservatorischen Gründen wieder verfüllt, so dass sie derzeit nicht sichtbar oder zugänglich ist. Durch den Einsatz von AR kann die Mikwe trotz ihrer Untergrundlage erlebbar gemacht werden, um sie als Element jüdischer Kultur in Chemnitz zu bewahren. Wir präsentieren verschiedene Perspektiven von Interessengruppen zu den potenziellen Bedürfnissen und Anforderungen dieser Anwendung und freuen uns über Feedback und Ideen für die weitere Entwicklung.
 

TERMIN
Mittwoch, 22.04.2026, 18:15 Uhr

EINTRITT
frei

HINWEIS
Im Vortragssaal ist eine Hörschleife verlegt.

 

Dieser Vortrag ist Teil der Vorlesungsreihe:

Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext

Im Rahmen des Themenjahres Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 lädt die TU Chemnitz mit dieser Ringvorlesung im Sommersemester 2026 zu einer vielstimmigen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung ein. Internationale und interdisziplinäre Perspektiven eröffnen Einblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.

Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.

 Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken.

Termine vom 22.04. bis 08.07.2026 jeden Mittwoch um 18:15 Uhr
Ort Vortragssaal des smac


Organisation: Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Professur Kultureller und Sozialer Wandel, Technische Universität Chemnitz) Prof. Dr. Cecile Sandten (Professur Anglistische Literaturwissenschaft, Technische Universität Chemnitz), in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, den Tagen der jüdischen Kultur e.V. sowie den Freunden des smac e.V.